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Dianas 60. Geburtstag: Auch mit sehr viel Geld kann man keinen Stil kaufen

Was wäre wenn? Ja… Was wäre denn, wenn? Wenn Diana, Princess of Wales, nicht in Paris verunglückt wäre und auch ansonsten unbeschadet bis heute überlebt hätte?

Sunken Gardens (Photo: Jörg Hoppenstedt)

Dann würde sie heute ihren 60. Geburtstag feiern. Vermutlich mit ihren Söhnen, Schwiegertöchtern und Enkelkindern zusammen. Die hätten ihre Streitigkeiten für ein paar Stunden beiseitegelegt, um sich dann in angeschickertem Zustand doch noch spät abends in die Haare zu kriegen, wie das immer auf Familienfeiern ist. Obwohl. Haare? Die Windsor-Männer sind ja seit Generationen mit einem sehr breiten Scheitel gestraft, zumindest am Hinterkopf. Naja, auf jeden Fall hätte es ganz schön zur Sache gehen können.

Aber der Familienstreit in oben beschriebener Runde fällt aus, denn die Prinzessin ist nun mal tragischer Weise 1997 verunglückt. Weswegen ihre Söhne William und Harry heute in Sunken Gardens, die zu den Gärten von Kensington Palace gehören, eine Gedenkstatue ihrer Mutter enthüllt haben.

Die Bronze-Statue wurde von dem Künstler Ian Rank-Broadley geschaffen und zeigt Diana umringt von drei Kindern. Diese sollen laut der britischen Zeitung The Independent den generationenübergreifenden Einfluss ihrer Arbeit darstellen. Honoriert wird mit dem Kunstwerk vor allem Dianas letzte Lebensphase, in der sie Botschafterin für humanitäre Zwecke, wie zum Beispiel der Anti Landmine Initiative, gewesen ist.

Aber zurück zur Ausgangsfrage: Was wäre wenn? Und da fällt mir beim Anblick der Gedenkstatue nur eines ein: Dieser Anblick wäre uns erspart geblieben. William und Harry haben in den vergangenen Jahren viel Zeit, Geld und Engagement in dieses Projekt gesteckt und man muss sich leider fragen: War es das wert?

Diana ist immer noch eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Welt und wir wissen vermutlich alle noch ganz genau, was wir gemacht haben, als wir von ihrem Tod erfahren haben. Sie ist zu einem Mythos geworden. Bewundert, verehrt und unvergessen. Sie hat die britische Monarchie bis auf die Grundfesten erschüttert und auch verändert. Dieses Kunstwerk wird ihr jedoch nicht gerecht.

Diana war keine progressive Frau, die revolutionäre Ideen gehabt hätte. Dennoch hat sie ihren Einfluss genutzt, um für Frauen, Kinder, HIV-Infizierte und viele Andere etwas zu bewegen und sie zu unterstützen. Das war progressiv an ihr. Auch wenn das aus heutiger Sicht merkwürdig erscheint. Aber in den 1980ern war es eben nicht üblich, dass ein Mitglied des Königshaues in einem Sterbehospiz auftaucht und einem Aidskranken die Hand reicht.

Ich frage mich auch: Wo war Kate in dem Entwicklungsprozess? Sie ist schließlich studierte Kunsthistorikerin und hätte dazu raten können, etwas Würdiges und Großes zu schaffen. Scheint aber nicht passiert zu sein.

Vielleicht spiegelt sich hier aber auch nur die Hilflosigkeit der beiden Prinzen wider. Es wirkt, als gingen sie noch immer hinter dem Sarg ihrer toten Mutter her mit traurigen, kindlichen, naiven Erinnerungen. Sie haben es gut gemeint. Aber ein würdiges und progressives Denkmal haben sie leider nicht geschaffen.