Eigentlich sind die Britischen Royals Schweizer!
Seit ein paar Tagen wissen wir, dass Prince Charles seinen Aston Martin mit Wein und Käse statt mit Diesel tankt. Er macht es offiziell aus ökologischen Gründen. Aber stimmt das wirklich? Eine Spurensuche.

Im 19. Jahrhundert war das Schloss Heiligenberg in Hessen ein beliebter Ausflugsort für Zar:innen, König:innen und andere Mitglieder des Europäischen Hochadels. Es war seit 1827 im Besitz der Erbgroßherzogin Wilhelmine von Hessen und bei Rhein, die es vorzog, nicht mit ihrem Ehemann in der Residenzstatt Darmstadt zu leben, sondern in Heiligenberg einen großzügigen Englischen Garten anzulegen. Mit ihr lebten die beiden jüngeren Kinder Marie und Alexander.
Tochter Marie heiratete später den russischen Thronfolger Alexander (II.) und von beiden stammen die letzten Zaren Alexander III. und Nikolaus II. ab. Ihr ist es zu verdanken, dass Heiligenberg beim Hochadel so beliebt gewesen ist, denn sie erbte einen Teil des Anwesens und verbrachte viele Sommer mit der über ganz Europa verzweigten Familie dort. Heiligenberg wurde zum royalen Hotspot Mitte des 19. Jahrhunderts, an dem Politik gemacht wurde.
Sohn Alexander heiratete nicht standesgemäß die Gräfin Julia Haucke, der im Rahmen der Eheschließung der Titel einer Prinzessin zu Battenberg verliehen wurde. Sie sind die Stammeltern der Mountbattens und ihre Nachfahr:innen haben es weit gebracht, wenn man bedenkt, dass beide bei ihrer Eheschließung von ihren Verwandten geächtet wurden: Der König von Spanien, Felipe VI., stammt ebenso von ihnen ab, wie die britischen Prinzen Philip, Charles, William und Harry.
Was hat das jetzt aber alles mit der Schweiz zu tun?
Dazu müssen wir einen Blick auf den alles entscheidenden Nachbarn der Erbgroßherzogin werfen: den Schweizer August Ludwig Freiherr von Senarclens-Grancy – Reitlehrer ihrer älteren Söhne. Bereits vor dem Kauf von Schloss Heiligenberg entwickelte sich zwischen ihm und Wilhelmine eine romantische Beziehung. Die Kinder Marie und Alexander sind zwar von Wilhelmines Ehemann legitimiert worden, der leibliche Vater ist jedoch ihr Geliebter August Ludwig gewesen.
Dieser Umstand war damals in allen Königshäusern bekannt. Der russische Zar Nikolaus I. entgegnete dem Grafen Orloff auf die Information zu den Familienverhältnissen seiner zukünftigen Schwiegertochter: „Aber wer bist Du, und wer bin ich? Wir können nur hoffen, die Söhne unserer Väter zu sein, deren Namen wir tragen, aber wer in aller Welt kann dergleichen je nachweisen?“. Er genehmigte seinem Sohn die Ehe mit Marie.
Queen Victoria, immerhin eine moralische Instanz in der damaligen Zeit, hatte nicht nur eine Schwäche für die „schönen“ Battenbergs. Sie fand: eine Auffrischung royalen Blutes sei hin und wieder durchaus von Nöten! Und so erlaubte sie später ihrer Tochter Beatrice ebenfalls die Vermählung mit einem Battenberg.
Fazit: Durch seinen Ahnen August Ludwig fließt in Prinz Charles‘ Adern nicht nur Deutsches, sondern auch Schweizer Blut. Bleibt nur noch die Frage, ob er seinen Aston Martin mit Gruyère oder mit Appenzeller tankt. Vielleicht mischt er aber auch alles zusammen und tankt Käsefondue.
